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Pressegespräch mit dem Vorstand des Forum Mittelrheintal - UNESCO Club Mit reichlich Optimismus sieht der Vorstand des Forum Mittelrheintal – UNESCO Club e.V. die Zukunft des Welterbes oberes Mittelrheintal . In einem Pressegespräch erläuterten die Vorsitzende, Stadtbürgermeisterin Rita Wolf sowie ihr Stellvertreter Rechtsanwalt Peter Keber und Geschäftsführer Heino Rönneper die Bilanz der Arbeit des Forums nach der Gründung des Zweckverbandes Welterbe oberes Mittelrheintal.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Förderung und Koordination des ehrenamtlichen Engagements der Bürger für das UNESCO-Welterbe. Mit der Aufnahme des Forums in den Kreis der 13 deutschen UNESCO Clubs soll die umfassende Information über die Ziele der UNESCO – nicht nur für das Welterbe, sondern auch für die Kultur- und Bildungsziele - die Unterstützung der UNESCO Hilfsprojekte gestärkt werden. Die Vielfalt der im Welterbe bereits vorhandenen bürgerschaftlichen Verpflichtungen konnte das Forum mit der erweiterten Ausstellung „Vereins Kultur“ im Besucherzentrum auf der Loreley zahlreichen Besuchern sichtbar machen. Die Ausstellung wird im Mai 2008 im Landtag in Mainz ausgestellt und soll bis dahin um die Darstellung von Projekten der Entwicklungshilfe für Ruanda erweitert werden. Die Arbeitskreise des Forums haben sich im vergangenen Jahr in vielfacher Weise um Einzelprobleme der Kulturlandschaft gekümmert und mit beharrlicher Nachfrage und vorsichtiger Intervention zur Klärung mancher Schwierigkeiten oder Missverständnisse beitragen können: z.B. beim alten Kran in St. Goarshausen mit einer Stellungnahme zur Standortfrage, für die Einbindung der Ruine Fürstenberg in den RheinBurgenweg, die Anerkennung des Reiterstellwerkes in Bingerbrück als technisches Denkmal und die Verpflichtung der deutschen Bahn das Stellwerk zu erhalten und eine Grundsanierung für den Zeitpunkt der Landesgartenschau in Bingen durchzuführen. Die Verantwortung der Bundesregierung für das UNESCO Welterbe ( als Eigentümer der Bahn, zuständig für Schifffahrt und Bundesstraßen) hat das Forum anlässlich der Konferenz der europäischen Welterbestätten in Lübeck angesprochen und vom Minister Tiefensee grundsätzlich positive Antworten erhalten. Jetzt müssen diese Erklärungen in konkreten Projekten - wie beim Reiterstellwerk in Bingerbrück - umgesetzt werden. Beim Bahnlärm, beim Tunnel in Rüdesheim, beim alten Kran in St. Goarshausen oder auch der Rheinbrücke. Der Arbeitskreis Verkehr des Forum hat zum Thema Rheinbrücke eine Stellungnahme zum laufenden Planungsverfahren erarbeitet und dabei die erstaunliche Feststellung gemacht, dass die Kriterien der UNESCO Anerkennung für das Welterbe bisher noch nicht ins deutsche übersetzt worden sind. Nach diesen Kriterien – das Rheintal ist ausdrücklich als fortbestehende Verkehrslandschaft gewürdigt - kann die UNESCO als Gegner einer Rheinbrücke wohl kaum ins Feld geführt werden. ( Nebenbei hat der Blick in die Anerkennungskriterien auch ergeben, dass seitens der Landesregierung wohl die Rheinromanik als ein bedeutsames Kriterium benannt worden war, der Gutachter dieses Kriterium aber nicht mehr berücksichtigt hat.) Sehr optimistisch sieht der Vorstand des Forums - UNESCO Club auch die neue Leader Förderperiode: Es sei erkennbar, dass man sich bei den neuen Projekten auf das Thema Landschaftsschutz und Landschaftsgestaltung konzentrieren werde. Frau Wolf will als stellvertretende Vorsitzende der Leader LAG und Mitglied im vierköpfigen Projektausschuss ebenso wie Herr Keber im erweiterten Kreis der LAG Kerngruppe dazu beitragen, dass in der neuen Förderperiode vorrangig Maßnahmen konzipiert und umgesetzt werden, die sich über das ganze Welterbegebiet erstrecken. So könnten die Anregungen und Vorschläge der Schweizer Studenten und die Projekte der lokalen Künstler dazu beitragen, dass tatsächlich zwischen 2008 und 2011 im Rheintal eine Kulturlandschaftsschau entstehen kann. Im hessischen Teil des Welterbes besteht daran ein großes Interesse und bereits 2008 sollen Projekte zwischen Rüdesheim und Lorch realisiert werden. Auch die mögliche Beteiligung des Zweckverbandes an diesem Vorhaben bewertet die Vorsitzende zuversichtlich. In seiner neuen Rolle als UNESCO Club hat das Forum im vergangenen Jahr erstmals ein Benefiz Konzert veranstaltet. Unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsident Joachim Mertes gab der 16 jährige chinesische Pianist Julian Jia im Kulturhaus Oberwesel ein eindrucksvolles Konzert. Die Besucher waren begeistert und spendeten 860 Euro, die jetzt für Kulturprojekte der UNESCO in Afrika gespendet werden. Zu den Anliegen der UNESCO Clubs und ihrer Mitglieder gehört - wie auch bei den UNESCO Schulen - der Kontakt, der Erfahrungsaustausch und die Kooperation mit Clubs in anderen Ländern. So führte die erste Exkursion des Forums im Oktober ins UNESCO Welterbe Tal der Loire. Mit dem Festival des Jardins im Schloss Chaumont und der Mission Val de Loire in Tours wurden Erfahrungen über die Umsetzung der UNESCO Ziele ausgetauscht und mögliche Kooperationen – zum Beispiel bei der Gestaltung von Landschafts-Kunst-Projekten – geprüft. Das Forum Mittelrheintal - UNESCO Club – so betonte die Vorsitzende ausdrücklich - will mit seinen Aktivitäten vor allem dazu beitragen, dass das UNESCO Welterbe als Herausforderung für alle Bürger verstanden und akzeptiert wird – denn alleine die Bewertung der UNESCO als touristische Zertifizierung – werde langfristig keinen Erfolg garantieren. Und dazu brauche man noch mehr aktive Mitglieder. Abschließend appelliert der Geschäftsführer Heino Rönneper an die Journalisten und Redakteure regelmäßig - einmal im Monat - eine Seite gemeinsamer Berichterstattung für das gesamte UNESCO Welterbegebiet zu konzipieren. So könne das Tal schon beginnen zusammen zu wachsen bevor die Brücke gebaut ist. |
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